Wahl der Schöffen und Jugendschöffen 2018

Montag, 22. Januar 2018

Im ersten Halbjahr 2018 werden bundesweit ...


 

 

Im ersten Halbjahr 2018 werden bundesweit die Vorschlagslisten für die Wahl der Schöffen für die Amtsperiode 2019 bis 2023 erstellt. Die Gemeinde Bockhorn hat dem Amtsgericht Varel 10 Personen zu benennen, die für die Ausübung dieses Ehrenamtes in Betracht kommen.

Auch bei der Wahl der Jugendschöffen wird die Gemeinde Bockhorn beteiligt. Hierfür sind 16 Personen, acht Frauen und acht Männer, vorzuschlagen.

Aus den Vorschlagslisten wählt der Schöffenwahlausschuss beim Amtsgericht in der zweiten Jahreshälfte 2018 die Haupt- und Hilfsschöffen.

Wer Interesse hat, eines dieser Ehrenämter auszuüben, sollte sich bis zum 19.02.2018 beim Ordnungsamt der Gemeinde Bockhorn, Zimmer 1 (Telefon 04453 708 44) melden.

 

Für die Bewerbung stehen Formulare als Download zur Verfügung, die auf jeden Fall verwendet werden sollten. Eine gleichzeitige Bewerbung als Schöffin oder Schöffen und als Jugendschöffen oder Jugendschöffe sollte möglichst nicht erfolgen.

 

Gesucht werden Bewerberinnen und Bewerber, die in der Gemeinde wohnen und am 1.1.2019 mindestens 25 und höchstens 69 Jahre alt sein werden. Wählbar sind deutsche Staatsangehörige, die die deutsche Sprache ausreichend beherrschen. Wer zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurde oder gegen wen ein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat schwebt, die zum Verlust der Übernahme von Ehrenämtern führen kann, ist von der Wahl ausgeschlossen. Auch hauptamtlich in oder für die Justiz Tätige (Richter, Rechtsanwälte, Polizeivollzugsbeamte, Bewährungshelfer, Strafvollzugsbedienstete usw.) und Religionsdiener sollen nicht zu Schöffen gewählt werden.

Schöffen sollten über soziale Kompetenz verfügen, d. h. das Handeln eines Menschen in seinem sozialen Umfeld beurteilen können. Von ihnen werden Lebenserfahrung und Menschenkenntnis erwartet. Die ehrenamtlichen Richter müssen Beweise würdigen, d. h. die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein bestimmtes Geschehen wie in der Anklage behauptet ereignet hat oder nicht, aus den vorgelegten Zeugenaussagen, Gutachten oder Urkunden ableiten können. Die Lebenserfahrung, die ein Schöffe mitbringen muss, kann aus beruflicher Erfahrung und/oder gesellschaftlichem Engagement resultieren. Dabei steht nicht der berufliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern die Erfahrung, die im Umgang mit Menschen erworben wurde. Schöffen in Jugendstrafsachen sollen in der Jugenderziehung über besondere Erfahrung verfügen.

Das verantwortungsvolle Amt eines Schöffen verlangt in hohem Maße Unparteilichkeit, Selbstständigkeit und Reife des Urteils, aber auch geistige Beweglichkeit und – wegen des anstrengenden Sitzungsdienstes – gesundheitliche Eignung. Juristische Kenntnisse irgendwelcher Art sind für das Amt nicht erforderlich.

Schöffen müssen ihre Rolle im Strafverfahren kennen, über Rechte und Pflichten informiert sein und sich über die Ursachen von Kriminalität und den Sinn und Zweck von Strafe Gedanken gemacht haben. Sie müssen bereit sein, Zeit zu investieren, um sich über ihre Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten weiterzubilden. Wer zum Richten über Menschen berufen ist, braucht Verantwortungsbewusstsein für den Eingriff in das Leben anderer Menschen durch das Urteil. Objektivität und Unvoreingenommenheit müssen auch in schwierigen Situationen gewahrt werden, etwa wenn der Angeklagte aufgrund seines Verhaltens oder wegen der vorgeworfenen Tat unsympathisch ist oder die öffentliche Meinung bereits eine Vorverurteilung ausgesprochen hat.

 

Nach Sichtung aller Bewerbungen entscheidet die Gemeindevertretung über die Vorschlagslisten, aus der der Schöffenwahlausschuss beim Amtsgericht letztlich die Schöffen auswählt.