Klosterhof


Die Geschichte der Klosterhöfe in der Gemeinde Bockhorn

Der Ortsteil Bredehorn war in früheren Zeiten Standort eines Klosters. Der Name „Bredehorn“ stammt aus dem Wort „Vredehorn - Ort des Friedens“. Bredehorn wird urkundlich bereits 1059 und 1319 erwähnt. Die Johanniter bauten hier um 1319 ein Kloster.


Der Johanniterorden hat seinen Ursprung in Jerusalem. Dienst an Kranken und Armen machten sie sich zur Aufgabe. Darüber hinaus kultivierten sie das Land. Der Johanniterorden fand seinen Weg über Zypern, Rhodos und Malta nach Deutschland. Der Orden wurde in Kommenden aufgeteilt. Der Vorsteher einer Kommende hieß Prior oder Komtur. Der Komtur Jannis von Halem übersetzte 1506 in Bredehorn die Schiphowersche Chronik aus dem Lateinischen ins Deutsche. (Schiphower war ein Augustinermönch [1500] - Verfasser der Olbg. Grafenchronik). Zum Kloster gehörte auch eine Kirche mit Kirchhof. Bei Ausgrabungen wurden Steine und Skelette in Sitzgräbern gefunden. Die Mönche trugen früher schwarze Mäntel mit Kapuze und weißem Kreuz an der linken Seite.


Zum Kloster Bredehorn gehörten die 4 Klosterhöfe Bredehorn, Lindern, Jührden und Grabhorn. 1530 zog der Graf Anton I. aus Oldenburg die Klosterhöfe ein. Diese mussten jeweils Vieh und Getreide (Kühe u. Roggen) an den Grafen liefern. Der Graf setzte zur Verwaltung seiner Klosterhöfe sog. Klostermeyer (Gutsverwalter) ein. Den letzten Prior zu Bredehorn, Theilo Röben, setzte Graf Anton zum ersten evangelischen Geistlichen in Varel ein. Die vier Klosterhöfe gingen allmählich in das Privateigentum der Klostermeyer über. Das Kloster wurde abgerissen und die Steine wurden zum Bau des Neuenburger Schlosses verwendet. Der Lebensunterhalt auf den Klosterhöfen wurde aus der Zucht von Schafen, Heidschnucken und Fischen bestritten. Die Schafherden hatten einen durchschnittlichen Bestand von 300 bis 400 Tieren. Die Fischteiche sind heute fast alle verschwunden; lediglich auf dem Klosterhof zu Jührden ist ein Teich erhalten worden.


Auf dem Kosterhof Lindern sind alte Dokumente erhalten geblieben. Dort befindet sich u.a. noch das auf Pergament verfasste Meyerrecht, welches Graf Anton I. von Oldenburg im Jahre 1532 an Renke Russelhusen für das Gut Lindern verlieh. Das Meyerrecht für das Gut Lindern wurde bis 1700 ausgeübt.


In der Urlaubszeit werden von einer Gästeführerin Radwandertouren zu den Klosterhöfen angeboten. Bei Interesse können Sie die Termine bei uns erfragen. Ihre Ansprechpartnerin im Rathaus ist Frau Lammers (Tel. 04453/708-32, Email: a.lammers@bockhorn.de).