Moor


Das Bockhorner Moor entdecken:
Oh schaurig ist´s über´s Moor zu geh´n...

 

Wer das heute noch glaubt, weiß wenig über diesen speziellen Lebensraum!


Wenn die Nebel über das Moor wabern, wirkt die Landschaft schaurig schön: In abgetorften Feldern hat sich Heide ausgebreitet, Besenheide, auch Erika genannt. und Glockenheide, wo sich Regenwasser gesammelt hat. Auf den Geestbuckeln siedeln sich Birken an und dort, wo sich das abgetorfte Moor wieder vernäßt hat, lassen abgestorbene Birkenstämme ein bizarres, fremdartig anmutendes Landschaftsbild entstehen. Das Wollgras hat sich ausgebreitet und läßt durch seine Früchte das Moor in einem leuchtenden Weiß erstrahlen, geradeso als ob es eben geschneit hätte. Am Moorsee und auf wiedervernäßten Torfstichen siedeln Torfmoose, die große, grüne Inseln bilden. Kornweihe, Wiesenweihe, Baumfalken und die Sumpfohreule sind hier wieder zu Hause.


Das Moor darf nur auf bestimmten Wegen begangen werden, diese sind rot markiert. Es bietet sich an, die beliebte Moorwanderung mit der Försterin und Waldpädagogin Dipl. Ing. Imke Reiners mitzumachen. Es ist schon ein Naturerlebnis, wenn das Wollgras blüht. Sehr schön kann man beobachten, wie das Torfmoos in den wiedervernäßten Flächen wächst. 1 – 1,5 mm wachsen die Torfmoose im Jahr. Auch der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, die kleine Insekten mit speziell dafür ausgebildeten Blättern lockt und fängt, wurde im Moor wieder angesiedelt.

 

Das Ziel des Naturschutzes ist, natürlich und naturnahe Hochmoore zu schützen und das Überleben hochmoortypischer Lebensgemeinschaften zu sichern.

Man kommt auch an dem großen Gebiet vorbei, wo im und nach dem Kriege die Wilhelmshavener ihren Torf gegraben haben. Sie haben dann zum Teil im Moor in Zelten übernachtet.

Jede Familie hatte seine Parzelle im Moor und konnte dort ihren Torf graben. Einen kleinen Betrag mußte man dafür bezahlen. Der Moorvogt mußte alles überwachen und kassierte Geld. Torf war neben Holz das wichtigste Brennmaterial.

Wie das Moor wirklich war und wie beschwerlich die Arbeit für die Siedler in den Moorgebieten war, um sich eine Existenz aufzubauen, sagen wohl die Worte “Des ersten Tod, des zweiten Not und des dritten Brot” aus.

Auch das Gedicht “Der Knabe im Moor” von Annette von Droste-Hülshoff sagt viel aus:
Früher mußte man in der Schule ja noch viel auswendig lernen, der eine oder andere von Ihnen kennt das Gedicht sicherlich noch.


O´, schaurig ist´s übers Moor zu gehn,
wenn es wimmelt vom Heiderauche,
sich wie Phantome die Dünste drehn
und die Ranke häkelt am Strauche.
Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
wenn aus der Spalte es zischt und singt.-
O´, schaurig ist´s übers Moor zu gehn,
Wenn das Röhricht knistert im Hauche.

... und so weiter und so weiter