Klimaschutzkonzept

 

Die Endfassung zum Klimaschutzkonzept finden Sie hier:

 

 

 

Integriertes Klimaschutzkonzept für die Gemeinde Bockhorn

Ausgangssituation

 

 

Eine der wichtigsten Aufgaben der heutigen Zeit sind der Klimaschutz und die Energieerzeugung. Nur bei nachhaltigem Einsatz in diesen Themenfeldern kann die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft gewährleistet werden. Daher muss auf der kommunalen Ebene sowohl kurz- als auch mittel- und langfristig eine klimafreundliche Entwicklung stattfinden.

Als Ausrichtung für das strategische und konzeptionelle Herangehen, kommen nur die CO2-Minderungsziele der Bundesregierung in Frage, die es zu erreichen gilt.

 

Hierbei sind sind diverse Interessenlagen zu berücksichtigen und gegeneinander abzuwägen; diese Problemlagen stellen sich u.a. in Flächen- und Nutzungskonflikten dar, bei deren Abwägung gegen- und miteinander auch eine klimafreundliche Entwicklung einfließen muss.

 

Neben der anstehenden bzw. bereits eingeläuteten Energiewende, aber auch vor dem Hintergrund des Atomausstiegs, strebt die Gemeinde Bockhorn in ihrer Entwicklung hin zu einer klimafreundlichen Kommune an, eine Vorreiterrolle wahrzunehmen. Vor diesem Hintergrund ist es unabdingbar, die Potenziale des Ausbaues erneuerbarer Energien zu analysieren. Dies gilt gleichfalls für die Möglichkeiten zur Energieeinsparung und Effizienzsteigerung.

 

Ergebnis dieser Analysen und Studien muss ein übergeordnetes Leitbild sein, dass als Klimaschutzkonzept der Gemeinde für die zukünftige Entwicklung und bei der Entscheidungsfindung (z.B. Flächenausweisungen, Vorhabengenehmigungen etc.) heranzuziehen ist. Die Etablierung einer so umfangreichen und weitreichenden Aufgabe, wie es die klimafreundliche Kommunalentwicklung ist, kann nicht jedoch nicht von der Gemeinde allein erfolgreich voran gebracht werden.

 

Daher ist es erforderlich, einen breiten Konsens mit allen relevanten Akteuren zu erzielen. Um dies zu erreichen, muss zwingend eine aktive Einbindung der Bürgerinnen und Bürger sowie des Unternehmertums, und zwar in einem frühen Stadium der Entwicklung der Konzeption, erfolgen.

 

Bereits ohne Vorliegen einer Konzeption hat in der Gemeinde Bockhorn zu einem frühen Zeitpunkt (bereits seit Ende der 90er Jahre) ein Umdenken und daraus folgend der Ausbau und die Planung von regenerativer Energien begonnen.

Heute existieren eine Biogas-, 26 Windkraft-, 61 Solaranlagen sowie drei Blockheizkraftwerke im Gemeindegebiet. Die Windkraft- und Biogasanlagen haben eine Gesamtleistung von 53.580 kWh.

 

 

Auf Grund der exponierten Lage des Gemeindegebietes hat die Gemeinde Bockhorn verschiedene Vorranggebiete für die Nutzung von Windenergie im Flächennutzungsplan 

Bockhorns ausgewiesen. Dies jedoch immer im Hinblick auf ein verträgliches Miteinander der konkurrierenden Nutzungen Wohnen und Landwirtschaft sowie auch im Hinblick auf die zukünftige städtebauliche Entwicklung.

Trotz des bereits intensiven Ausbaus regenerativer Energien (hauptsächlich Windkraftanlagen) besteht weiterhin Nachfrage zum Bau von Biomasse- und Windkraftanlagen.

 

Speziell der im Bereich der energetischen Nutzung von Biomasse bestehenden Flächenkonkurrenz zu anderen Nutzungsformen, hat die Gemeinde Bockhorn Rechnung getragen und einen Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes gefasst; damit sollen Vorranggebiete für Biomasseanlagen ausgewiesen und eine ungeordnete Verteilung im Gemeindegebiet vermieden werden.

 

Als Abrundung ist auch die Erneuerung der vorhandenen (Stand 2009) Potenzialstudie Wind sinnvoll und könnte in diesem Zusammenhang erarbeitet werden.

 

Allein aus diesen Punkten ist ersichtlich, wie groß das Erfordernis ist, ein übergreifendes Klimaschutzkonzept zu entwickeln, welches die Bevölkerung als auch die Unternehmen mit einbezieht und Strategien und Wege entwickelt, die Akzeptanz für eine klimafreundliche Entwicklung der Gemeinde sowie spezielle Klimaschutzmaßnahmen zu steigern.

 

Insbesondere der Ausfluss in den Privatbereich wird die Motivation der Bevölkerung zur energetischen Gebäudesanierung sowie zur Nutzung eigener Dachflächen für Solar- und Speicheranlagen erhöhen. Auch aus diesem Grund ist eine intensive Kommunikation mit der Bevölkerung anzustreben.

 

Daneben ist die Gemeinde Bockhorn bereits selbst aktiv im Klimaschutz und betreibt eigene Windkraftanlagen mit ca. 4,6 MW Leistung, drei Blockheizkraftwerke, davon eins mobil zum bedarfsgerechten Einsatz in einer Schule bzw. im gemeindeeigenen Freibad, sowie eine Photovoltaikanlage.

 

Um zusätzlich den Energiebedarf durch vorhandene Infrastruktur zu reduzieren, werden die Beleuchtungen in Schulen, Sporthallen und Rathaus in diesem Jahr auf LED-Technik umgerüstet. Eine Photovoltaikanlage mit Speichertechnologie (in Zusammenarbeit mit EWE) soll in der Grundschule Grabstede installiert werden. Zudem nimmt die Gemeinde Bockhorn aktiv am Projekt „enera“ der EWE AG (Bundesprojekt: Schaufenster Wind) teil. Weiterhin haben alle Kindertageseinrichtungen und Grundschulen in Bockhorn ihre Teilnahme am Projekt „Energiesparkids“ des Regionalen Umweltzentrums Schortens erklärt. Im Rahmen des Konjunkturpakets II sind gemeindeeigene Liegenschaften energetisch saniert worden.

 

Zwischenfazit:

Die Gemeinde Bockhorn ist zwar eine ländlich geprägte Kommune, welche jedoch bereits durch den weit fortgeschrittenen Ausbau und Einsatz regenerativer Energien gekennzeichnet ist. Vorhandene oder noch zu erschließende Potenziale im weiteren Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung müssen aufgrund der Flächenkonkurrenz dringend aufeinander abgestimmt werden. Dies wird nur mit Erstellung eines übergreifenden Klimaschutzkonzeptes möglich sein, welches die bestehenden Möglichkeiten analysiert und die Interessen aller handelnden Gruppen (Politik, Bevölkerung, Unternehmer einschl. Landwirtschaft) berücksichtigt. Ein besonderer Schwerpunkt sollte somit der Akteursbeteiligung sowie der Akzeptanzsteigerung zukommen.