Neujahrsempfang 2019

Montag, 7. Januar 2019

der Gemeinde Bockhorn am 05. Januar 2019 ...


NWZ - Der Gemeinnützige - 07.01.2019
 
Bockhorn hat Grund zu feiern

NEUJAHRSEMPFANG - Bürgermeister Andreas Meinen kündigt Projekte für 2019 an


(Olaf Ulbrich)

 

„Bockhorn boomt“, verkündete Bürgermeister Andreas Meinen. Er gab den Bewerbern um seine Nachfolge viele Aufgaben mit auf den Weg.


In diesem Jahr ist für Bockhorns Bürgermeister Andreas Meinen Schluss. Der 58-Jährige verzichtet auf eine weitere Kandidatur bei der Wahl am 26. Mai. Dass der studierte Diplomverwaltungswirt aber keine „lame duck“ für seine Gemeinde ist, bewies er am Samstagnachmittag beim Neujahrsempfang im Hotel Hornbüssel. Denn als „lahme Ente“, ein aus den USA kommender Begriff für einen Amtsträger, der nicht mehr zur Wiederwahl antritt und deshalb womöglich nicht mehr mit vollem Engagement dabei ist, präsentierte er sich ganz und gar nicht.


Mit einer leidenschaftlichen Rede gab er den beiden anwesenden Bewerbern um seine Nachfolge, Katja Lorenz (parteilos) und Thorsten Krettek (CDU), eine Menge Aufgaben mit auf den Weg. Vieles will aber Andreas Meinen bis zu seinem offiziellen Abschied Ende Oktober auf den Weg bringen.


Eine Herzensangelegenheit sind ihm die intensiv und kontrovers diskutierten Neubaupläne der Supermärkte Combi und Aldi in Bockhorn. „Die Bebauungspläne können im ersten oder spätestens zweiten Quartal beschlossen werden“, erwartet der Bürgermeister. Denn dadurch werde der Ortskern für den Einzelhandel „erheblich“ aufgewertet: „Durch einen lebendigen und stärkeren Ortskern kündigen sich weitere Investitionen an“, ist sich Meinen sicher.


Weitere kostspielige Projekte, die 2019 auf die Gemeinde zukommen, seien der soziale Wohnungsbau, die Sanierung der Weißenmoorstraße (Kosten 2,5 Millionen, davon etwa 1,5 Millionen aus Fördergeldern) sowie weiterer maroder Wege, die Sanierung des Betriebsgebäudes des Erlebnisbades (1,5 Millionen Euro) und die Kinderbetreuung. „Unsere Haushaltslage ist zwar sehr gut geordnet“, sagte Andreas Meinen. Er erwartet aber einen finanziellen Kraftakt: „Wir müssen jedes Mal einen großen Schluck aus der Etat-Pulle nehmen.“
All das sei aber notwendig. Denn Bockhorn boomt.

2018 wuchs die Gemeinde von 8843 auf 8877 Einwohner, die hier ihren Hauptwohnsitz haben. „So viele Einwohner hatten wir noch nie“, betonte der Bürgermeister und wies darauf hin, dass es im vergangenen Jahr 71 Geburten gab: „Wir müssen uns keine Sorgen um unseren Schul- und Kita-Standort machen.“ Noch. Denn: „2030 ist bei uns in der Gemeinde jeder Dritte über 65 Jahre alt.“


In seinem Jahresrückblick würdigte Meinen die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen. „Sie machen die Gemeinde so lebens- und liebenswert.“ Dabei erwähnte er besonders das Engagement der Dorfgemeinschaft Jührdenerfeld bei der Sanierung einer Schutzhütte für Radfahrer („Das ist ein ganz tolles Beispiel“), das der Handwerkergruppe der Dorfgemeinschaft Grabstede, die ein Wartehäuschen renoviert hat, sowie den Eifer des Schützenvereins Grabstede im 50. Jubiläumsjahr. In Steinhausen halfen die Bürger bei der Verlegung einer Drainage auf dem Spielplatz.


Ein spezielles Lob verteilte Andreas Meinen an die Flüchtlingshilfe. „Nun werden Sie sagen, davon habe ich vergangenes Jahr ja gar nichts gehört. Da sage ich: eben!“, stellte er die großen Verdienste der Männer und Frauen bei der Integration im Verborgenen heraus. Zudem würdigte der Verwaltungschef das Engagement der Feuerwehr bei der Sanierung und dem Neubau der Gerätehäuser in Bockhorn sowie aktuell in Grabstede. „Dank Ihrer Mithilfe geht es sehr unkompliziert. So macht ein Bauvorhaben Spaß.“


Als besondere Gäste stellten sich die Sternsinger unter der Leitung von Anja Gloth und Natalia Deisling vor. Sie sammelten Geld für arme Kinder. „Allein kann kein Kind aufwachsen und als Erwachsener Erfüllung finden“, sagte Anja Gloth: „Helfen Sie mit, die Gesellschaft ein Stück gerechter werden zu lassen.“ Angelika, Katrin, Rieke und Michael sangen begleitet von den Musikern Sören Suhr und Daniel Deisling ein Lied und baten um Spenden, unter anderem bei Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies und Frieslands Landrat Sven Ambrosy. Sie gehörten ebenso wie Vertreter aller Gemeinden des Kreises, der Bockhorner Vereine und Institutionen zu den Ehrengästen.

 

Den musikalischen Höhepunkt des Empfangs setzte das Duo „Voice Over Piano“ mit Sängerin Sara Dähn und Thomas Blaeschke. Sie erhielten für ihren Auftritt viel Applaus und durften die Bühne erst nach einer Zugabe wieder verlassen.