Gleichstellungsbeauftragte - Frau Gisela Schweers

Frauenbeauftragte

Sprechzeiten: mittwochs von 10.00 – 12.00 Uhr


Telefon: 04453-70825, Telefax: 04453-70836


Email: g.schweers@bockhorn.de


Handy: 0170/2728894

 

Wer ist die Gleichstellungsbeauftragte?

 

Gisela Schweers
Richtstr. 14
26345 Bockhorn 

 


In welchen Gremien arbeitet die Gleichstellungsbeauftragte mit?

 

Präventionsrat

 


         © Fotolia/Thodonal

 

Männer und Frauen sind gleichberechtigt

 

So steht es seit 1948 in Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes. 1993 wurde dies um die Selbstverpflichtung erweitert: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Geschlechter ist demzufolge  kein Politikfeld, das nach Belieben mehr oder weniger aktuell ist, sondern vielmehr ein im Grundgesetz festgeschriebener Auftrag.

In Niedersachsen sind die Bestellung und die Aufgaben der Gleichstellungs-beauftragten in den Paragraphen 8 und 9 des Niedersächsischen Kommunal-verfassungsgesetzes geregelt. Landkreise, kreisfreie Städte und einige explizit genannte Städte sind demnach zur Bestellung einer hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten verpflichtet

 

Die Ziele der Gleichstellungsbeauftragten

 

Die Tätigkeit der Gleichstellungsbeauftragten hat laut Niedersächsischem Kommunalverfassungsgesetz die Ziele:

  • zur Verwirklichung der Gleichberechtigung der Geschlechter beizutragen,
  • an allen Vorhaben, Entscheidungen, Programmen und Maßnahmen mitzuwirken, „die Auswirkungen auf die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Anerkennung der gleichwertigen Stellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft haben“,
  • Vorhaben und Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf anzuregen.

 

 

 

 

Die Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragten

  • Teilnahme an allen relevanten politischen Ausschüssen, insbesondere Verwaltungs-, Jugendhilfe- und Sozialausschuss
  • Mitarbeit im Kreispräventionsrat und im Präventionsrat der Gemeinde Bockhorn (Schriftführerin)
  • Stellungnahmen zu Maßnahmen aus Politik und Verwaltung
  • Initiierung und Unterstützung von Netzwerken zur Verbesserung geschlechtsspezifischer Rahmenbedingungen
  • Anregung, Planung und Durchführung von Projekten mit geschlechtsspezifischen Anliegen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Information und Beratung von Bürgerinnen und Bürgern

 

Verschiedene Themenbereiche:

 

Interessensvertretung der weiblichen und männlichen Beschäftigten

Unter interner Gleichstellungsarbeit ist die geschlechtsspezifische Vertretung der Interessen der Beschäftigten der Gemeindeverwaltung zu verstehen. Die Gleichstellungsbeauftragte ist eine „Anlaufstelle“ bei unterschiedlichen Problemlagen wie beispielsweise sexueller Belästigung am Arbeitsplatz oder Benachteiligung aufgrund des Geschlechts.

Bei Personaleinstellungen ist die Gleichstellungsbeauftragte von der Ausschreibung der Stelle bis zur Auswahl einer geeigneten Bewerberin oder eines geeigneten Bewerbers beteiligt. Ziel ist es, das jeweils unterrepräsentierte Geschlecht in einem Arbeitsgebiet zu fördern. Das bedeutet, dass zum Beispiel bei gleicher Eignung in den sozialen Berufen Männer unterstützt werden, in gewerblich-technischen Berufen und Führungspositionen Frauen.

Die Gleichstellungsbeauftragte unterstützt die Fachämter bei gleichstellungsrelevanten Maßnahmen, erstellt Stellungnahmen zu Vorlagen der Verwaltung und arbeitet in Arbeitskreisen mit.

 

Interessensvertretung der Bürgerinnen und Bürger in Bockhorn

Unter externer Gleichstellungsarbeit sind alle Aktivitäten zusammengefasst, die sich an die Öffentlichkeit und an die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bockhorn wenden. Dies sind die Herausgabe von Broschüren, die Organisation von Veranstaltungen, die Mitarbeit in Arbeitskreisen, Kooperationen mit  Beratungsein-richtungen und Institutionen, Planung und Durchführung von Projekten und das Beratungs- und Informationsangebot für einzelne Bockhornerinnen und Bockhorner.

Das Gleichstellungsbeauftragte nimmt Beschwerden über diskriminierendes Verhalten an und berät vertraulich, soweit es ihre Kompetenzen nicht überschreitet.  Beratungsthemen sind darüber hinaus beispielsweise der Wiedereinstieg in den Beruf oder Existenzgründung für Frauen. Bei Bedarf wird an kooperierende Beratungsstellen weiter vermittelt. Informationen an Dritte werden nur mit ausdrücklicher Zustimmung der oder des Beratenden weitergegeben und auf Wunsch erfolgen Beratungen auch anonym.

Bei der Gleichstellungsbeauftragten sind Informationen zu themenrelevanten Beratungsstellen, Gruppen und Projekten erhältlich, zum Beispiel zu Familienrecht, Gewalt gegen Frauen, Schwangerschaft, Alleinerziehende, Gesundheitsfragen und anderes mehr.

 

Beruf und Arbeitswelt

Der berufliche Kontext ist für Frauen und Männer häufig ein anderer. Wesentlich mehr Frauen arbeiten in Teilzeit und nehmen den größten Teil der Elternzeit in Anspruch. Nach wie vor sind in einigen Berufsfeldern Frauen oder auch Männer stark unterrepräsentiert, wie beispielsweisen in technischen oder sozialen Berufen. Durchweg durch alle Bereiche lässt sich feststellen, dass Führungspositionen immer noch stark männlich besetzt sind.

 

Gewaltschutz

Gewalt gegen Frauen und Männer ist unterschiedlich: Männer sind beispielsweise häufiger von Straßenkriminalität betroffen, Frauen hingegen erfahren Gewalt häufiger aufgrund ihres Geschlechts. Das bedeutet, sie sind keine willkürlich Betroffene einer Tat, sondern explizit, weil sie Frauen sind. Die Gründe hierfür sind vielfältig und der Umstand, dass weltweit jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens von Gewalt betroffen ist, macht den Handlungsbedarf umso dringender.

 

Gesundheit und Sexualität

Gesundheit und Sexualität sind Themenbereiche, die Frauen und Männer ganz unterschiedlich betreffen. So ist bekannt, dass Männer im Allgemeinen weniger Gesundheitsfürsorge betreiben und seltener und später als Frauen ärztliche Hilfe aufsuchen. Für Frauen hingegen gilt, dass sie bisher in der medizinischen Forschung kaum berücksichtigt wurden und der Großteil der Therapieansätze und Vorstellungen von Erkrankungen auf einer männlichen Norm beruhen.

Im Bereich Sexualität spielt die Erwartungshaltung an beide Geschlechter eine große und sehr unterschiedliche Rolle. In kaum einem anderen Bereich zeigen sich diese tief in der Gesellschaft verankerten Vorstellungen von Mann und Frau. Diese Vorstellungen schränken alle ein. Deshalb ist es wichtig immer wieder das eigene Wahrnehmen und Handeln zu reflektieren. Gleiche „Erwartungshaltung und Verständnis“ würden Folgeerscheinungen minimieren.

 

 

Familie und Freizeit

Das Themenfeld Familie spaltet unsere Gesellschaft stark in die Vorstellung von männlichen und weiblichen Aufgaben und Verantwortungen. Die Sorgearbeit wird auch 2020 noch zum weitaus größten Teil von Frauen getragen, während die finanzielle Absicherung den Männern angedacht wird. Dieses System benachteiligt Frauen massiv, bringt sie in finanzielle Abhängigkeit und ist einer der Gründe, warum Frauen auf dem Arbeitsmarkt nicht die gleichen Chancen haben wie Männer. Männer, die diesem System nicht entsprechen und beispielsweise den größeren Anteil an Sorgearbeit übernehmen, stehen im Privaten wie im Beruflichen unter Erklärungszwang und unter Druck.